Freitag, 15. Juli 2011

Unterwasserwelt - PADI Open Water Tauchkurs

In wunderschöner Umgebung an der Mexikanischen Karibikküste beginnen wir unseren PADI-Tauchkurs. Drei Tage soll dieser dauern und neben vier Tauchgängen im kristallklaren Meer der Karibik auch einiges an Theorie und eine Abschlussprüfung beinhalten. Die Schweizerin Synthia Meier hat ihre Tauchschule bed’n diving mexico zusammen mit ihrem Freund Sebastien Kister in Playa del Carmen. Für unseren ersten Tauchtag holt sie uns am Campingplatz Xpu-Ha ab und fährt mit uns zur Casa Cenote. Hier lernen wir in den ersten Stunden Grundlegendes über unser Equipment und das richtige Verhalten unter Wasser. Und nach der Einführung geht es dann auch schon in den natürlichen Süsswasserpool! In etwa zwei Metern Tiefe lernen wir normal zu atmen, uns im Wasser richtig zu tangieren und die Kommunikation unter Wasser mit Handzeichen zu führen. Bereits die ersten Stunden unter Wasser haben riesig Spass gemacht und wir freuen uns auf mehr…ähh Meer!

Abends im Dachzelt lernen wir die Theorie anhand von fünf langen Videosequenzen, die den Inhalt des über 300-seitigen Buches ganz gut zusammenfassen. Morgens wiederholen wir die Theorie dann zusammen mit Synthia und müssen uns ihren Fragen hingeben. Ehrlich gesagt, macht das Lernen am Strand unter Palmen mal wieder richtig Spass!

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Am zweiten Tag ist es dann mittags endlich so weit und wir werden mit anderen Tauchern zusammen auf einem Boot hinaus zum Riff gefahren. Wir tauchen ab auf eine Tiefe von etwa 12 Metern und können unseren Augen nicht glauben: Korallen, soweit das Auge reicht, bunte Fische, gestreifte Exemplare, gemusterte Schnecken, Steinfische… und sogar eine Schildkröte!

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Unter Wasser begegnen uns einzelne Fische, aber auch ganze Schwärme. Ein kleiner Fünf-Zentimeter-Fisch hat sich sogar an Tomeks “Rückenflosse”, seine Flasche, geheftet und schwimmt eine ganze Weile mit ihm mit.

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Da wir uns aber noch im Tauchkurs befinden, gehören jede Menge Übungen unter Wasser mit zum Ausbildungsprogramm. Wir nehmen unsere Maske unter Wasser ab und setzten sie wieder auf, ohne an die Wasseroberfläche zurückzukehren. Wir navigieren unter Wasser mit einem Kompass, für den Fall, dass wir mal in nicht so klarem Wasser wie hier unterwegs sein sollten. Wir simulieren den Fall “keine Luft mehr” und atmen mit dem Oktopus (Not-Atemregler) des Buddies (Tauchpartners) oder schwimmen mir einem kontrollierten Notaufstieg an die Wasseroberfläche. Synthia hat eine so unglaublich sympathische, ruhige Art, dass wir uns unter Wasser nie unwohl oder unsicher fühlen. Vielen Dank!

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Nach soviel Zeit unter Wasser scheint es, als hätten wir uns bereits verändert…

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Dienstag, 12. Juli 2011

Blinder Passagier – Kilometer 38604

Für die nächsten Tage steht Playa del Carmen auf dem Programm. Synthia Meier, die Tochter von Tomeks Chef, hat zusammen mit ihrem Freund Sebastian in Playa eine Tauchschule. Tomek und ich haben uns entschlossen, auch die Unterwasserwelt zu entdecken. Als wir am Nachmittag von unserem Campingplatz in Xpu-Ha aufbrechen wollen, entdecken wir direkt in der Palme neben unserem Auto eine Schlange. Mit etwa 80-100cm Länge ist sie zwar nicht sehr gross und erst recht nicht dick, ihre knallgrüne Farbe sowie die blaue Zunge lassen uns aber nicht erkennen, ob es sich hierbei um ein giftiges oder ungefährliches Exemplar handelt. Wir beobachten sie aus sicherer Entfernung,  auch dann noch, als sie plötzlich in einem Schlitz an der Motorhaube des Landys verschwindet!

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Wir wollen nicht eher starten, bevor wir die Schlange nicht wieder verschwinden sehen. Diesen Gefallen tut sie uns natürlich nicht und bleibt auch versteckt, als wir zur Warnung schon mal den Motor starten. Erst als der Besitzer des Campingplatzes grünes Licht gibt und uns mitteilt, dieses Exemplar sei ungefährlich, steigen wir ins Auto… hoffen wir, dass er Recht behält!

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Montag, 11. Juli 2011

Tulum – Kilometer 38544

Die Maya haben sich wirklich einen fantastischen Platz für ihre Kultstätte ausgesucht! Als einzige Maya-Stätte direkt am Meer beeindruckt Tulum uns – allerdings mehr durch das Türkis in Hintergrund als durch die Bauten selbst. Tulum ist sehr stark besucht; Tausende von Touristen strömen durch die recht kleine, heutzutage wie ein Park gestaltete Ruinen-Anlage. Überall Menschen, die ihre Kameras und mehrere Pfunde zu viel auf den Rippen mit sich herumschleppen, manche schlecht, andere nur halb bekleidet. Schulklassen reihen sich entlang einer Schnur von einem zum nächsten Tempel, dicht verfolgt von den Eltern mit Fotoequipment.

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Wir haben nach etwas mehr als einer Stunde alles gesehen und es wird Zeit für ein comida typica (landestypisches Essen). Zwar waren wir diesmal ohne Führer unterwegs, aber es gibt ja noch so viele Maya-Ruinen in Mexiko, die auf uns warten…

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Samstag, 9. Juli 2011

Biosphärenreservat Sian K’aan – Kilometer 38490

Südlich von Tulum erstreckt sich auf einer Halbinsel ein Teil des Biosphärenreservates Sian K’aan. Ein paar Kilometer hinter dem Eingangsportal befindet sich ein Parkplatz direkt am Strand, auf dem man campen darf. Sanitäre Einrichtungen gibt es zwar nicht, aber wir haben ja unser eigenes Klo für Notfälle dabei und alle Wassertanks sind mit Frischwasser gefüllt. Wir versuchen, etwas mehr von der Umgebung kennen zu lernen. Aber als wir um halb zehn beim Besucherzentrum vorbeifahren, ist dies noch geschlossen. Wir wissen nicht, was uns hier erwartet, welche Tiere man vielleicht entdecken kann. Der Weg ist so schlecht und mit Schlaglöchern überseht, dass wir nach eineinhalb Stunden Fahrt gen Süden umkehren. Wir fahren zwar nur wenige Meter von der Küste entfernt, das Meer kann man aber nur sehr selten erblicken. Zurück am Camp-Parkplatz machen wir es uns lieber mit einem kühlen Corona gemütlich und entspannen für ein paar Tage unter Kokospalmen.

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Freitag, 8. Juli 2011

Drei zu zwei für Mexiko – Kilometer 38249

Am Mittag erreichen wir Mahahual an der Karibikküste der Halbinsel Yucatan. Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort und entlang des Strandes, machen wir es uns im Strandrestaurant El Capitan Mono (Affenkapitän?) gemütlich und geniessen einen leckeren Fisch auf Mexikanische Art. In Absprache mit dem Chef des Hauses dürfen wir heute Nacht auf dem Parkplatz hinter dem Restaurant übernachten. Als wir gerade das Zelt aufschlagen, hören wir Jubelschreie. Als wir dann bei genauerem Hinhören auch einen Fernseher ausmachen können, begreifen wir, dass das U17-WM-Halbfinalspiel zwischen Mexiko und Deutschland bereits begonnen haben muss. Da es in unserem Restaurant keinen Fernseher gibt, mache ich mich auf den Weg und folge meinen Ohren. Nicht weit entfernt gibt es eine Tapas-Bar, in der etwa acht Mexikaner um einen langen Tisch herum sitzen und aufmerksam das Match verfolgen. Als sie mich erblicken und erfahren, dass ich Deutsche bin, bitten sie mich gleich an ihren Tisch.

Die erste Halbzeit ist gerade vorbei und so hole ich Tomek hinzu. Wir werden zur Feier des Tages auf ein Bier eingeladen und nehmen am Tisch der Mexikaner Platz. Als der deutsche Anschlusstreffer zum 2:2 fällt, bleiben wir brav auf unseren Plätzen sitzen, ohne die Arme jubelnd gen Himmel zu reissen. Zu bedrückt schauen unsere mexikanischen Freunde gerade drein… Als aber in der Nachspielzeit Gomez trotz starker Kopfverletzung mit Kopf-Bandage mit einem Fallrückzieher das 3:2 schiesst, können sich Abraham, Moisés und co. nicht mehr auf ihren Plätzen halten. Sie fallen sich jubelnd in die Arme und geben uns zum Trost einen doppelten Tequila aus! Na dann Prost! Wir freuen uns für die Mexikaner, dass ihr junges Team im eigenen Land eine Runde weiter ist und bedanken uns für ihre Gastfreundschaft.

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Donnerstag, 7. Juli 2011

Laguna Bacalar – Kilometer 38167

Auf Mexiko haben wir uns schon lange gefreut – besonders auf das Essen! Als erstes steht Yucatan auf dem Programm, was gemäss vieler anderer Reisender nicht viel mit dem “echten Mexiko” zu tun hat. Es wird jährlich durch so viele Touristen aus Europa, Kanada und insbesondere USA besucht, dass die Originalität ein wenig verloren gegangen ist. Die Ausreise aus Belize erfolgt ohne Probleme, bei der Mexikanischen Grenze dauert es etwas länger. Das System bei der Migration ist abgestürzt, so dass wir ein wenig länger auf unsere Einreisestempel warten müssen. Frischgestempelt gehen wir zur Zollabfertigung. Hier werden wir darauf hingewiesen, dass seit Mitte Juni jeder Ausländer, der sein Fahrzeug temporär nach Mexiko einführen möchte, 200 Dollar als Kaution hinterlegen muss. Für neuere Autos ist es sogar noch mehr! Sobald wir das Auto wieder ausführen, werden wir das Geld umgehend zurückerhalten, bzw. wir unsere Kreditkarte erst gar nicht belastet. Wir werden es sehen…

Eine Autoversicherung schliessen wir ebenfalls direkt an der Grenze ab und damit ist unser frisch getauschtes Geld auch schon ausgegeben. Einen Bankautomaten gibt es in dem Grenzort nicht und so fahren wir als erstes in die Stadt Campeche, um unsere Pesos aufzustocken und unser erstes typisches mexikanisches Essen zu geniessen. Mmmmhhh!

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Etwas nordwestlich von Campeche liegt die Lagune Bacalar, die im Sonnenschein in einem unglaublichen Türkis erstrahlt. Der gesamte Grund besteht aus einer Art Kalkgestein und durch die Kieselsäure im Wasser gibt es hier kaum Wasserpflanzen, die gedeihen. So kann man an fast allen Stellen durch das milchig-türkise Wasser bis auf den Grund schauen. Auf dem Campingplatz, der von zwei Deutschen aus Duisburg geführt wird, können wir uns zwei Kajaks leihen, mit denen wir eine Runde auf dem See drehen. Auf der gegenüberliegenden, unbewohnten Seite der Lagune leben wilde Tiere wie Pumas und Tapire. Aber leider zeigt sich heute kein seltenes Säugetier, dafür aber umso mehr Moskitos.

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Montag, 4. Juli 2011

Bermuda Landing Community Baboon Sanctuary – Kilometer 37814

In dem kleinen Ort Bermuda Landing besuchen wir ein Schutzgebiet für Schwarze Brüllaffen (Creolischer Dialekt baboon), welches durch den WWF unterstützt wird. Die Brüllaffen leben frei in einem Waldstück entlang des Flusses auf über 200 Privatgrundstücken verteilt über sieben Ortschaften. Seitdem die vom Aussterben bedrohten Affen hier geschützt werden, ist ihre Population auf über zweitausend angestiegen. Der Schwarze Brüllaffe zählt zu einer der sechs vorkommenden Brüllaffenarten; er ist sehr selten und kommt nur in Belize, Südmexiko und Guatemala vor. Vier bis zwölf Tiere leben jeweils in Gruppen zusammen, wobei ein dominantes Männchen die Gruppe anführt. Sie sind Vegetarier und ernähren sich vielseitig von Blättern, Blüten und Früchten.

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Wir erreichen das Besucherzentrum kurz nach einer Gruppe Amerikaner, die bereits auf den Guide warten. Wir schliessen uns also der kleinen Touristengruppe an und folgen Geraldine, unserer Naturführerin, in das kleine Waldstück auf der anderen Strassenseite. Nach ein paar Metern beginnt sie mit komischen Geräuschen auf sich aufmerksam zu machen. Und tatsächlich – nach kurzer Zeit lassen sich die ersten der frei lebenden Brüllaffen in den Baumkronen blicken. Sie scheinen Geraldine sehr gut zu kennen und ihr zu vertrauen, dass sie sich immer näher an unsere Gruppe wagen. Als Geraldine eine bestimmte Art von Blättern hervorzaubert, trauen sich die Äffchen sogar, diese aus der Hand zu fressen.

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Leider müssen wir feststellen, dass unsere Fotokamera nun definitiv ihren Geist aufgibt! Zoomen und Scharfstellen funktioniert nicht mehr richtig und wir können gerade bei Tierfotos nicht mehr schnell genug reagieren. Nun wird es wohl doch Zeit für eine Spiegelreflexkamera?!?

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Sonntag, 3. Juli 2011

“rumfish y vino” in Placencia – Kilometer 37605

Über den kleinen Ort Hopkins fahren wir weiter die Karibikküste Richtung Süden. Am Ende einer langen Península liegt der kleine Touristenort Placencia. Neben der Asphaltstrasse die über die Halbinsel führt, entstehen momentan unzählige Wohn- und Ferienkomplexe entlang der Küste, die die Idylle der langen Palmenstrände in einigen Jahren vollständig zerstört haben werden. Über die Architektur möchten wir uns nicht auslassen, da es nur hässliche und weniger hässliche Gebäude zu sehen gibt – alles überzeichnet im nordamerikanischen Stil.

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Für den Abend haben wir uns einen Tisch im Restaurant rumfish y vino ausgesucht. Zum Aperitif gibt es einen fruchtigen Cocos-Caipirinha und einen pinkfarbenen Dragonfruit-Caipirovska. Als Vorspeise haben wir Shrimps-Ceviche und Stangenweissbrot mit Oliventapenade ausgewählt. Der krönende Abschluss besteht aus Moroccan Fish Tagine with Coriander Couscous für Tomek und Lobster Fra Diavolo für mich (übrigens mein erster!). Köstlich!!!

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