Posts mit dem Label Honduras werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Honduras werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 15. Juni 2011

Maya-Ruinen von Copán – Kilometer 35944

Die Ruinen von Copán sind die ersten Bauwerke der Maya, die wir auf unserer Reise besichtigen. Schon seit den tollen Ausgrabungsstätten der Inka- und Prä-Inkazeit in Peru haben wir uns auf diesen Abschnitt der Reise gefreut!

Copán wurde im Jahr 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und strahlt heute eine unglaubliche Ruhe aus. Die Plätze zwischen den beeindruckenden Stelen, Tempeln und Pyramiden sind heute mit Gras bewachsen, was die Gesamtanlage zu einem richtig chilligen Ort macht.

Auf dem grossen Platz findet man die Hauptgruppe der Stelen mit Maya-Hieroglyphen, von denen die meisten König Uaxaclahun-Ubak K’awil (übersetzter Name “Achtzehn Kaninchen”) zeigen. Südöstlich des Platzes liegt die Hieroglyphentreppe mit ihren 64 Stufen. Leider konnten im Laufe der Jahre nur 45% der Hieroglyphen entziffert werden, da nur die unteren 15 Stufenreihen noch an ihren Originalpositionen liegen. Die oberen Treppenstufen sind bei der Freilegung durch Archäologen zusammengebrochen und konnten nie wieder richtig zusammengesetzt werden. Die Akropolis, das religiöse und politische Zentrum der Stadt, ist fast exakt in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Knochen von fünfzehn Jaguaren und Überreste von Aras wurden nahe Altar und Skulpturen gefunden, die bei Zeremonien wahrscheinlich als Opfer gedient haben müssen. Schöne, bunte Aras fliegen noch heute durch die Baumkronen – von Jaguaren ist leider keine Spur zu sehen…

110614 Copan (3)110614 Copan (18)110614 Copan (9)110614 Copan (7)110614 Copan (2)110614 Copan (5)110614 Copan (15)110614 Copan (14)

Auch der Ort Copán Ruinas ist einen Besuch wert, Wir verbringen die Nacht in einem Familien geführten Hotel im Zentrum und können so noch einige Stunden durch die Kopfsteinpflastergassen des Dorfes streifen.

Dienstag, 14. Juni 2011

Gracias – Kilometer 35790

Grenzübertritte waren bisher – bis auf eine kleine Ausnahme in Bolivien – für uns eigentlich kein Problem. Aber von vielen Reisenden wurden wir vor den Grenzformalitäten in Mittelamerika sowie insbesondere der Honduranischen Polizei gewarnt. Als wir den Grenzposten Las Manos erreichen, bieten sich viele Einheimische als “Bürokratie-Helfer”  oder Geldwechsler an. Aber so wie auch in Südamerika wollen wir das Grenzgeschäft ohne fremde Hilfe erledigen und tatsächlich zerstreut sich die Traube von Männern wieder in alle Richtungen, als wir ihre Angebote dankend ablehnen. Wie immer, ist für die Ausreise alles schnell erledigt: beim Migrationsbüro melden wir uns ab, erhalten aber trotz dreimaligem Nachfragen keinen Ausreisestempel in unseren Reisepass. Mittelamerika sei mit ihrem Grenzen wie die Europäische Union – aha!?!

Das Fahrzeugdokument überreichen wir dem zuständigen Zöllner, immer wieder in der Hoffnung, dass dieser die Ausfuhr auch im Computer noch vermerkt.  Mit Kopien aller Dokumente bewaffnet geht es nun weiter zu Migration und Zoll von Honduras. Juan sei kein gewöhnlicher Helfer, sagt er. Er mache ein Volontariat beim Zoll von Honduras. Ohne Ausweis oder Namensschild glaube ich ihm erstmal kein Wort und mache mich auf zu Schalter 1. Alle erforderlichen Kopien händige ich der Zollangestellten aus und warte auf die Bearbeitung. Die Ausstellung der Fahrzeugpapiere, ein handschriftlich ausgefülltes Formular, kostet knapp vierzig Franken. Diese sind bei der Bank vier Schalter weiter rechts zu zahlen. Und nun kommt Juan ins Spiel: er trägt die Rechnung für mich zur Bank und ich zahle. Zwei Minuten später laufen wir die zehn Meter – diesmal trägt Juan die Quittung – wieder zurück zu Schalter 1. Es fehlen noch einige Kopien von irgendwelchen internen Dokumenten, die Juan und ich gemeinsam in einem “Backoffice” gegen Entgelt kopieren lassen. Nach mittlerweile einer Stunde Wartezeit werden mir auch bald die Originaldokumente sowie das nagelneue Fahrzeugeinfuhrdokument ausgehändigt. Gerne begleitet mich Juan noch bis zu Auto, um mir mitzuteilen, dass er beim Zoll als Volunteer ja nichts verdiene… Toll gemacht!

Nun wollen wir dem Menschengedrängel erstmal entkommen und  fahren zum Nationalpark La Tigra, nahe der Hauptstadt Tegucigalpa. Über eine steile Piste ist der Eingang bei La Rosario nur mit Allradantrieb zu erreichen. Als wir von unserer kleinen Wanderung Richtung Wasserfall zurückkommen, sind wir nicht begeistert: zu sehr ähnelt hier alles bereits Bekanntem. Wir sind – ganz ehrlich gesagt – gelangweilt und fahren direkt am folgenden Tag weiter zum Lago Yojoa. Die Landschaft ist beeindruckender.  Vom Ufer des Sees bei der Ferienanlage La Gloria hat man einen tollen Blick auf die umgebenen Berge – leider nur bis zum späten Nachmittag, als es sich zuzieht und zu schütten beginnt.

Zwei Tage später erreichen wir Gracia, ein kleines, idyllisches Bergdorf nahe der Grenze zu Guatemala. Kopfsteinpflastergassen werden von meist eingeschossigen Bauten aus der Kolonialzeit gesäumt. In verschiedensten erdigen Farbtönen präsentieren sich die Wohnhäuser und Geschäfte und lassen immer wieder Blicke auf die umliegenden Berge zu. Hier fühlen wir uns wohl und geniessen unsere Zeit im Schatten auf dem zentralen Platz, der Plaza Central, des Dorfes.

110613 Gracias (3)110613 Gracias (4)110613 Gracias (5)110613 Gracias (7)