Mittwoch, 2. März 2011

Puno und die Islas Flotantes – Kilometer 22777

Nach dem Frühstück unternehmen wir eine interessante Bootsfahrt auf dem Titicacasee. Wir besuchen mit dem collectivo-Boot die schwimmenden Inseln der Uro. Auf den etwa 40 aus Schilf erstellten Inseln leben heute noch rund 30 bis 50 Uro-Nachfahren, die jetzt fast nur noch vom Tourismus leben. Auf der ersten Insel erklärt uns der “Insel-Präsident”, wie die schwimmenden Inseln erstellt und verankert werden. Ausserdem erfahren wir, wie die Leute dort wohnen, kochen und Fische fangen.

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Mit einem Totora-Boot, welches nur für die Touristengruppen gebaut wurde, erreichen wir noch zwei weitere Inseln, auf denen wir uns umsehen dürfen und kurz vor der Rückreise noch zu Mittag essen. Für uns zwei gibt es heute Fischsuppe und frittierten Pejerry mit diversen Kartoffelsorten und Salat.

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Zurück am Festland erkunden wir die Innenstadt und suchen nach einem Versicherungsbüro, welches uns eine Autoversicherung (SOAT) anbieten kann. Leider hat es geschlossen und wir werden die Versicherung erst am nächsten Tag in Juliaca kaufen können.

wir fahren mit dem Taxi zurück zu unserem ***-Hotel Sonesta Posadas del Inca, wo wir für 15 Franken auf dem Parkplatz campieren und sämtliche Bereiche des Hotels (WiFi, WC, Dusche,…) mit benutzen dürfen.

Dienstag, 1. März 2011

Boliviens bitterer Nachgeschmack – Kilometer 22390

Nach unserem Ausflug auf die Isla del Sol wollen wir am Sonntag Bolivien verlassen und unsere Reise in Peru fortsetzen. Zuerst möchten wir noch unsere restlichen Bolivianos vertanken. Als uns der Tankwart darauf hinweist, dass Touristen an seiner Tankstelle das Doppelte zahlen müssen, bedanken wir uns und fahren ohne zu tanken weiter. Den Grenzübergang Kasani, einige Kilometer entfernt von Copacabana, erreichen wir gegen zehn Uhr. Bei der Migration geht alles ganz schnell. Die Ausreisestempel sind im Reisepass, nun müssen wir nur noch das Zolldokument für den Landy beim zuständigen Zollbeamten abgeben.

Als der Beamte das Dokument kontrolliert, fällt ihm auf, dass die Chassisnummer in den Zolldokumenten nicht mit der Nummer im Fahrzeugschein übereinstimmt. Der Zöllner bei der Einreise im Süden des Landes hat nur die zweite Hälfte der Ziffern abgeschrieben, nicht aber die komplette. Als ich ihn vor fünf Wochen bei der Einreise darauf aufmerksam machte, winkte er ab mit der Begründung, es passen nicht alle Ziffern in die Eingabemaske im Computer – aber in Bolivien sei das so üblich… 

Nun haben wir also ein Problem! Wir müssen zurück zum Grenzübergang, an dem wir eingereist sind, heisst es. Geschätzte 1000km zurück auf die Höhe von 5020 Metern. In Kasani will man uns nicht helfen… es sei denn… wir zahlen fünfzig Dollar! Ein eindeutiger Versuch, nebenher Geld zu kassieren! Wir weigern uns strikt, etwas zu zahlen. Erst versuche ich noch, mit dem Herrn eine Lösung zu finden. Ein Anruf bei der Zollstelle im Nationalpark Avaroa, wo wir eingereist sind, könnte alles lösen, aber der Zöllner weigert sich strikt. Ich merke, dass es hier nur noch ums Geld geht und schlage einen anderen Weg ein. Als ich nach seinem Namen und seinem Vorgesetzten frage, werde ich bestimmt aus dem Büro geworfen. Zwanzig Minuten vor dem eigentlichen Beginn seiner Mittagspause verschliesst er die Bürotür und ist nicht mehr zu sehen. Mit dem korrupten Herrn Justo Mayta Sarmiento (den Namen habe ich dann doch noch von einem seiner Kollegen bei der Migration erfahren) möchten wir nicht länger verhandeln und machen uns auf den Weg ins Nationale Hauptzollamt zurück nach La Paz, um das Dokument abzuändern.

Beim Nationalen Zoll in der City von La Paz werden wir zuerst vom ersten in den zweiten Stock verwiesen, schlussendlich in das Zollamt von El Alto etwas ausserhalb der Innenstadt. Kurz vor Erreichen des Ziels landen wir inmitten einer Strassenblockade an der Peaje-Station (Strassengebühren), so dass wir mit dem Auto nicht zum Zollamt kommen. Ich mache mich zu Fuss auf den Weg, während Tomek beim Auto wartet. Da es von der Peaje-Station noch einige Kilometer bis zum Zollamt sind, fahre ich mit dem collectivo (Kleinbus).

Endlich beim Zoll angekommen, versucht eine sehr nette Dame unser Problem zu Lösen. Viele Telefonate u.a. mit dem Hauptzollamt unseres Einreisebezirks Potosí führen jedoch erst zu keiner möglichen Lösung. Nur der Zöllner, der das Dokument bei der Einreise erstellt hat, könne es auch ändern, heisst es (Grenze zu Chile ganz im Süden auf 5020m Höhe!). Ihn können wir aber wegen der starken Regenfälle in den letzten Tagen nicht telefonisch erreichen.

Nach mehr als zwei Stunden haben wir unser angepasstes Dokument tatsächlich in der Hand, ohne dafür zu zahlen. Im Zollamt El Alto hat uns ein Beamter ein zusätzliches Zolldokument angefertigt und an das Original geheftet. Hiermit werden wir ausreisen können.

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Dadurch, dass wir nochmals zurück nach La Paz mussten, wollen wir nun noch die Todesstrecke in die Jungas fahren (eine der gefährlichsten Strassen der Welt, sagt man). Von La Paz geht es über die neue Asphaltstrasse nach Coroico (von knapp 4000m auf 1700m), wo wir in unserem Dachzelt auf dem Gelände des Hotels Sol y Luna übernachten. Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf, um die alte erdige Piste hochzufahren. Als wir uns bei den Einheimischen informieren, erfahren wir, dass die Strecke wegen eines Erdrutsches momentan für Fahrzeuge nicht passierbar ist. Schade! Aber der Abstecher in die Jungas war es trotzdem wert.

Sonntag, 27. Februar 2011

Isla del Sol im Titicacasee

Ein Ausflug zur Sonneninsel Isla del Sol gehört natürlich zu unserem Ausflugsprogramm am Titicacasee. Morgens um acht brechen wir auf, um uns ein Ticket für eines der Boote zu sichern. Mit etwas Verspätung geht es kurz vor neun los. Als wir Cha'llapampa im Norden der Insel erreichen ist es bereits kurz vor elf. Die Inka-Ruinen sind nach etwa 45 Minuten bergauf zu erreichen. Interessant sind die Irrgarten-ähnlichen Mauerreste mit wunderschönem Blick auf den Titicacasee.

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Das schönste am Ausflug auf die Insel ist aber die Gratwanderung von Cha'llapampa nach Yumani. Die höchste Erhebung der Insel (Cerro Chequesan) ist 4075 Meter hoch; sie erhebt sich also nur knapp 265 m über das Niveau des Titicacasees. Trotzdem kommt man bei der Höhe über Meeresniveau bergauf schon manchmal ins Schnaufen.

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Yumani erreichen wir gerade pünktlich gegen halb vier. Eine steile Treppe führt hinab zum Hafen. Von dort kommen uns schon viele Einheimische mit schwebepackten Eseln entgegen. Aus den meisten Tragetüchern schauen die Hälse von Coca-Cola- oder Paceña-Bier-Flaschen heraus, die für die Touris auf die Insel transportiert werden.

Unser Boot steht schon am Anleger bereit und es geht nun im Sonnenschein zurück nach Copacabana.

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Samstag, 26. Februar 2011

Copacabana – Kilometer 22038

Nach dem Besuch der Ruinen von Tiwanaku schaffen wir es nicht ganz bis Copacabana. Als wir von der Hauptstrecke abzweigen, können wir im Titicacasee eine Landzunge mit Eukalyptusbäumen ausmachen. Wir folgen einer Schotter-Lehm-Piste durch Kartoffelfelder hindurch bis zum Ufer des Sees. Ein wunderschöner Ort zum Verweilen, wenn nicht am Abend bereits der Regen einsetzen würde. So bleiben wir nur für eine Nacht, obwohl wir hier gerne länger ausgespannt hätten.

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Am nächsten Morgen nehmen wir eine der kleinen Fähren, um unseren Weg nach Copacabana weiterzufahren. Drei Kilometer vor dem Stadtzentrum geht es plötzlich nicht mehr weiter. Die Strasse ist blockiert. Collectivo-, Taxi- und Busfahrer haben ihre Fahrzeuge quer auf der Fahrbahn parkiert, so dass es kein Durchkommen mehr gibt. Wir erfahren von den Streikenden, dass die Blockade voraussichtlich noch bis 22 Uhr andauert. Wir haben jedoch Glück, denn ein älterer Herr bietet sich an, uns über eine Nebenstrecke (schlechte Lehmpiste) nach Copacabana zu begleiten. Vom Beifahrersitz aus beschreibt er uns den Weg, erklärt die Orte, durch die wir fahren sowie die Pflanzen auf den Feldern, die wir passieren. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt  mit wunderschönen Ausblicken auf den Titicacasee erreichen wir Copacabana.

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Gerade rechtzeitig! Denn am Freitag Mittag bereiten die Bolivianer schon vor der Basilika ihre Autos auf die Taufe vor. Die meisten Autos sind frisch gewaschen und mit vielen bunten Blumen geschmückt. Alle warten auf den Pater, der hier am Wochenende täglich zig Autos segnet.

Spontan parken wir ebenfalls unseren Paco vor der Basilika, schmücken seine Windschutzscheibe mit einer pinkfarbenen Girlande aus frischen Blüten und warten gespannt auf den Pater. Plötzlich geht alles ganz schnell. Das Weihwasser wird mit Hilfe einer kräftigen Blüte auf Autos, ihre Fahrer sowie Insassen verteilt. Ganz Hartgesottene laufen nach der Segnung noch mit einer Flasche Bier oder Sekt um das Fahrzeug herum und bespritzen es wie nach einem Formel-Eins-Rennen.

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Freitag, 25. Februar 2011

Tiwanaku – Kilometer 21792

Siebzig Kilometer westlich von La Paz liegt die bedeutende, von der UNESCO im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe ernannte Ruinenstätte der Aymara-Kultur in der Hochebene des Altiplano. Wir wollen die Ruinen in einem Tagesausflug besuchen und danach weiter Richtung Copacabana am Titicacasee fahren.

Eine Eintrittskarte ist gültig für zwei Museen sowie die zwei Ausgrabungsfelder. Ein Rundgang führt uns vorbei an den verschiedenen archäologischen Fundstätten. Leider gibt es keinerlei Informationen, weder auf dem Gelände noch durch ein Informationspapier. Unser Reiseführer hilft uns gottseidank weiter und gibt kurze Beschreibungen der einzelnen Bereiche her.

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Der etwa zwei Meter in den Boden gegrabene Hof Templete beeindruckt durch seine speziellen aus Kalk- und Tuffstein gearbeiteten Köpfe, die zweireihig aus den Wänden ragen.

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Die bekannteste Sehenswürdigkeit auf diesem Gelände ist das Sonnentor. Es ist etwa 3 m hoch und 3,75 m breit und wurde aus einem einzigen Andesitblock erstellt. Sein Gewicht wird auf 7 bis 12 Tonnen geschätzt. Oberhalb der Türöffnung ist eine Figur zu erkennen, die wahrscheinlich den Schöpfergott Wiracocha darstellt. Bis heute weiss man nicht, wie die grossen Steinblöcke aus dem weit entfernten Steinbruch hierher transportiert werden konnten.

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Auch die im Zentrum von Tiwanaku, der Kalasasaya, stehenden Figuren sind Monolithen aus Stein. Der bereits etwas verwitterte Fraile-Monoltith und der sehr gut erhaltene Ponce-Monolith sind bis zu 7,5m hoch. Feine Reliefbearbeitungen zeigen noch immer die Detailgenauigkeit der damaligen Arbeiten.

Mittwoch, 23. Februar 2011

La Paz – Kilometer 21708

Aus welcher Richtung man auch kommt – der Ausblick auf La Paz ist immer überwältigend! Die Stadt liegt in einem Talkessel zwischen 3200 und 4100 Metern Höhe, scheint aber an den Rändern förmlich überzuquellen. Wir kämpfen uns mit dem Auto durch die gesamte Innenstadt, um den Vorort Mallarsa zu erreichen. Dort gibt es das von einem Schweizer geführte Hotel Oberland, welches von fast allen Reisenden mit eigenem Mobil aufgesucht wird. Auf der Speisekarte des Restaurants stehen Zürcher Geschnetzeltes, Röschti, Raclette und Fondue. Sogar der Rüeblikuchen darf nicht fehlen…

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Zusammen mit den zwei Zürcher Reisenden Ornella und Fabian besichtigen wir am folgenden Tag die Innenstadt von La Paz. Wir schlendern durch die bunten Gassen und kaufen einige artesanías (handgefertigte Souvenirs).

Während die Frauen das almuerzo (Mittagessen) zwischen den Autos hindurch jonglieren, bieten die Männer ihre Dienstleistungen als Schuhputzer oder Maschinenschreiber an. An den Strassenrändern werden neben Getränken und Ponchos ebenso tote Lamafohlen oder Lamaföten  für Opfergaben an Pachamama (Mutter Erde) verkauft.

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Auch die grosse Stadt will vernetzt werden. An den Knotenpunkten wird tatkräftig gearbeitet. Bei hunderten von Leitungen werden nur neue installiert, alte jedoch belassen. Ob die Herren wirklich den Überblick haben?

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In La Paz gibt es ausserdem eine von dem Schweizer Ernesto Hug geführte Autowerkstatt. Hier lassen viele Reisende ihre Mobile wieder auf Vordermann bringen – so auch wir. Wir benötigen wieder einmal einen Ölwechsel, ausserdem sind die Bremsbeläge hinten abgefahren und müssen ausgetauscht werden. Auch Ornella und Fabian lassen ihre Bremsen machen und so nutzen wir gemeinsam den Zusatz-Service des Hauses und übernachten in der Werkstatt. 

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