Montag, 21. Februar 2011

Von Santa Cruz nach La Paz – Kilometer 21497

Nach unserem Trip nach Brasilien verbringen wir noch einen schönen Abend mit Martin in Santa Cruz. An der Plaza finden wir ein nettes Restaurant-Cafe, wo wir den Abend mit feinen Cocktails und einem Arabischen Tapas-Teller beenden. Am Freitag Mittag bringen wir Martin nach einem guten Frühstück in der Stadt zum Flughafen von Santa Cruz. Bevor er zurück nach Deutschland fliegt, möchte er noch einige Tage in Buenos Aires verbringen.

Wir machen uns direkt auf den Weg Richtung La Paz. Auf unserer Route liegt der kleine Ort Buena Vista, von wo man Ausflüge in den Nationalpark Amborro starten kann. Da dies momentan nur mit Führer und wegen der staken Regenfälle nicht mit dem eigenen Auto machbar ist, entscheiden wir uns, am Samstag direkt weiter nach Cochabamba zu fahren. Als wir uns die Serpentinen hochquälen geht plötzlich nichts mehr. Auf der einzigen Ruta sind zwei LKWs zusammen gestossen und es bildet sich ein Kilometerlanger Stau in beide Richtungen. Als es bereits dunkel wird, können wir die Unfallstelle passieren – für schmale Autos ist Platz genug.

Als wir in Cochabamba ankommen ist es bereits 22 Uhr und wir nehmen das erstbeste Hotel mit Parkplatz für unseren Wagen. Zwar ist das Hotel Boston nahe des Zentrums etwas teurer als herkömmliche Hostals, jedoch haben wir keine Flöhe im Bett, ein sauberes Bad mit nicht stinkenden Handtüchern, WiFi-Anschluss im Zimmer und ein gutes Frühstück am nächsten Morgen inklusive.

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Leider hört es auch am Morgen nicht auf zu regnen, so dass wir uns entschliessen, das Zentrum anzuschauen und danach direkt weiter Richtung La Paz zu reisen. Auf dem Weg entdecken wir immer wieder die schönsten Varianten, Autos oder LKWs zu beladen – alltägliche Kuriositäten in Bolivien!

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La Paz erreichen wir auch am Sonntag noch nicht, denn die Strassen durch die Berge haben es trotz Asphaltdecke in sich. Auch unromantische Plätze im sicheren Hinterhof einer alojamiento (günstige Unterkunft) zwischen den LKWs gehören ab und zu zu unseren Übernachtungsplätzen.

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Kurz vor La Paz führt uns die autopista mitten durch einen vielbesuchten Ort mit aktivem Markttreiben. Es geht nur im Schritttempo weiter, weil unglaublich viele Kleinbusse unterwegs sind, die immer wieder mitten auf der Strasse anhalten, um Schafe in Kofferräume, Hühner auf Dächer oder Personen ins Innere zu verfrachten. Dadurch bleibt uns jedoch genügend Zeit, um den belebten Markt mit den vielen Einheimischen zu beobachten.

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Samstag, 12. Februar 2011

Pantanal mit Martin – Kilometer 19922

Freitag Abend ist  es endlich soweit! Wir können Martin, Tomeks Bruder, vom Flughafen in Santa Cruz abholen. Die nächste Woche werden wir gemeinsam durch Bolivien und – wenn er mag – Brasilien reisen.

Die verspätete Maschine hat erneut Verspätung und so können wir einander erst abends gegen elf begrüssen. In der Nähe des internationalen Flughafens Viru Viru gibt es einen Campingplatz des Bolivianischen Automobilclubs. Als wir dort im Dunkeln ankommen, müssen wir leider feststellen, dass das Tor geschlossen ist und wir dort definitiv nicht übernachten können. Zusammen mit unseren Belgischen Reisefreunden finden wir einen sicheren Platz für eine Nacht am Strassenrand.

Am Samstag Morgen starten wir nach dem Frühstück Richtung Brasilien. Etwa siebenhundertfünfzig Kilometer über eine asphaltierte Strasse sollen es sein bis zum Pantanal, dem riesigen Überschwemmungsgebiet an der Brasilianisch-Bolivianischen Grenze. Leider kommt es anders: ca. fünfzig Kilometer der Asphaltstrecke sind noch nicht fertig gestellt und wir benötigen allein für diese extrem schlechte Piste zwei Stunden! In diesem Teilstück stellen wir ausserdem fest, dass aus dem mehrfach geflickten Reifen wieder Luft austritt. Wir wechseln am Strassenrand erneut den Reifen und hoffen, dass auf dieser Strecke kein weiterer Reifen platzt. In der Nacht auf Sonntag bleiben wir in einem Hostal in San José de Chiquitos, einer ehemaligen Jesuitenmission. Am Morgen starten wir zeitig und erreichen am frühen Nachmittag die Grenze zu Brasilien. Hier erfahren wir, dass sonntags der Grenzposten sowohl auf der Bolivianischen wie auch auf der Brasilianischen Seite geschlossen ist! In dem Grenzdorf Quijarro gibt es nichts, was uns hält und so fahren wir ein paar Kilometer zurück in das Dorf Puerto Suárez. Puerto Suárez liegt an der Lagune Cáceres,die wir aber leider zur Regenzeit kaum erreichen können. An einer Aussichtsplattform werden Piranhas geangelt, eine durch das bolivianische Pantanal führende Tour per Boot oder Auto wird hier leider nicht angeboten und so wollen wir unser Glück an der Grenze am Montag erneut versuchen…

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Am  Montag öffnet die Grenzstation um acht und wir sind pünktlich vor Ort. Leider warten ausser uns noch hundert andere! Nachdem wir den Ausreisestempel erfolgreich in unseren Reisepässen haben, müssen wir noch zum Zoll, der uns die Ausfuhr des Fahrzeugs bestätigt. Die Herren Grenzbeamten haben aber am Montag Morgen von acht bis elf eine reunión, eine Sitzung, wo wir sie nicht unterbrechen dürfen. Als wir endlich beim Brasilianischen Zoll ankommen, machen hier die Zuständigen gerade Mittagspause und die Zahl der Wartenden steigt auf annähernd zweihundert – und wir ganz hinten! Unsere “Glückssträhne” will nicht abreissen, denn als wir das Auto beim Zoll vorführen, streikt das System. Rien ne va plus! Erst als der Feierabend naht, kann sich der Zöllner wieder ins System im Computer einloggen und unser Fahrzeugimportdokument ausstellen.

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Als es dunkel wird, beschliessen wir, an der Tankstelle zu übernachten und am nächsten Morgen früh um fünf zu starten. Bereits auf den ersten Metern können wir in der Dämmerung Lagunen sehen, in denen sich Kaimane tummeln. Sumpfhirsche grasen im seichten Wasser und grosse, schwarz-weisse Vögel, die wir bisher nur aus dem Zoo kennen, picken nach Fischen und Fröschen. Als wir etwa hundert Kilometer nach der Brasilianischen Grenze in eine Sandpiste Richtung Norden einbiegen, hat sich der weite und anstrengende Weg bereits gelohnt: wilde Tiere!!

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Wir fahren mit dem Auto über etwa 50 kleine Brücken, die über die überschwemmten Gebiete führen. Meist in der Nähe der Wasserlöcher können wir Tiere entdecken, wenn wir uns vorsichtig nähern: Wasserschweine, Geier, bunte Papageien, Kaimane, Geckos, Otter, Tucane, Eisvögel, Nasenbär und sogar den selten gewordenen blauen Ara.

Nachmittags chillen wir in einem kleinen Resort in den Hängematten, lesen Bücher oder betrachten bereits die ersten gemachten Tierfotos. Ausser uns ist nur eine amerikanische Reisegruppe untergebracht und wir können hinter dem Restaurantpavillon im Dachzelt übernachten. Aber vorher wollen wir in der Abenddämmerung nochmals nach Ameisenbär, Jaguar und Tapir Ausschau halten…

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Auf dem Rückweg am Mittwoch sieht es besser aus an den Grenzstationen. Zwar erreichen wir die Migrationsstellen wieder in den Mittagspausen (die die Bolivianer und Brasilianer natürlich nicht zur gleichen Zeit machen können!), aber die Menschenmengen sind überschaubar!

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Donnerstag, 10. Februar 2011

Samaipata und El Fuerte – Kilometer 18817

Auf dem Weg nach Samaipata in Richtung Sant Cruz müssen wir am Strassenrand Halt machen, um erneut den rechten Vorderreifen zu wechseln. Die Reparatur hat nicht lange gehalten und wir benötigen wieder eine gomeria. Einige Kilometer später ^können wir den Reifen ein zweites Mal flicken lassen. Die Luft tritt wieder aus dem gleichen Loch aus; es stellt sich heraus, dass sich das von innen aufgeklebte Stück Gummi bereits gelöst hat.

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Wir übernachten zusammen mit Juliett, Jeff und Stefane im kleinen Achira Resort auf der Campingwiese etwas ausserhalb von Samaipata. So haben wir es am nächsten Morgen nicht mehr ganz so weit hinauf zu El Fuerte. Da der Lehmweg in Serpentinen etwa sechs Kilometer steil bergauf führt und die kleine Wohnkabine auf dem Pickup zu stark ins Wanken gerät, nehmen wir Juliett und Jeff in unserem Auto mit. Die Ausblicke in die Umgebung sind sehr schön, während uns die Anlage, ein prähispanisches Zeremoniezentrum, eher weniger beeindrucken.

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Seit einigen Wochen hören wir ein Quietschen am linken Vorderreifen. Nach Rücksprache mit Richard, unserem Mechaniker im Toggenburg in der Schweiz, wissen wir, dass vermutlich die Kugellager ausgetauscht werden müssen. Stefane ist Flugzeugmechaniker und hat uns seine Hilfe angeboten. Bei der dritten Werkstatt am Wegesrand finden wir endlich einen 52er-Schlüssel, den wir für die Reparatur brauchen. In einer knappen Stunde sind Reifen und Bremsscheibe demontiert, die alten Kugellager entfernt sowie neue gefettet und eingesetzt. Das Quietschen hat ein Ende und auch das Wackeln des Reifens ist somit behoben. Danke, Stef!

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